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Mittelaltermärkte
 

Mittelaltermärkte

Das Mittelalter 

Man könnte das Mittelalter mit nackten Zahlen und Fakten umreißen: Die Epoche zwischen 500 und 1500 nach Christi Geburt in Europa wird allgemein als Mittelalter bezeichnet. Es unterteilt sich in Frühmittelalter (6tes Jahrhundert bist Anfang 10tes Jahrhundert), Hochmittelalter, der Glanzzeit des Rittertums (bis 1250), und Spätmittelalter (bis 1500).

Doch was sagen schon Fakten aus? Denkt man an das Mittelalter, denkt man an Ritter und Könige, an Kaufleute mit gewaltigem Einfluss und prachtvollen Gewändern, an Handwerker und Bauern sowie unverrückbare Standesgrenzen. Es war eine Zeit, in der man das Leben noch überschauen und in einfache Regeln gliedern konnte. Eine Zeit, in welcher der Mensch noch näher an den Wurzeln seiner selbst lebte und der christliche Glaube zwar mit eisernern Hand verbreitet wurde, aber auch eine feste Stütze für Jedermann darstellte.

Aber!, so werden alle Mittelaltermuffel jetzt aufbegehren, es war auch die Zeit der Pest und der Hungersnöte. Städte ohne Kanalisationen stanken erbärmlich, die Gesetze nutzten wenigen Mächtigen und unterdrückten viele Schwachen. Die Kirche betrieb Ablasshandel und Folter, während ach so ritterliche Krieger in ihrem Namen brandschatzten.

Und dennoch, sagen wir, war es eine gute Zeit. Eine Zeit, in die wir uns sehnen, weil wir spüren, dass die moderne Welt in falschen Bahnen läuft. Sehnen uns nach einer windschiefen Hütte, in deren Kamin das Holz laut knistert, das wir aus endlosen, urigen Wäldern selbst gesammelt haben. Sehnen uns nach einem harten, aber unkomplizierten Leben, in einer Welt, in der man noch an Wunder und Hexen glauben konnte und das Ideal des Rittertums in einer glänzenden Rüstung vor unserer Tür vorbeiziehen mochte... 

 

Mittelaltermärkte 

In genau solch eine Welt entführen einen Mittelaltermärkte. Sie sind weitaus mehr als nur ein Flohmarkt für alten Krimskrams und Mittelaltersachen. Ein guter Mittelaltermarkt wartet mit gewandeten (stilecht und weitestgehend authentisch gekleideten) Händlern auf, mit Spielleuten die Marktsackpfeife, Trommeln und Flöten erklingen lassen. Rittertourniere, Gaukler und eine zünftige Burgruine als Kulisse runden das Bild ab. Sowohl gewandete wie auch ganz normale Bürger des 21igsten Jahrhunderts kann man zwischen den Ständen und Attraktionen, durch die Gänge der Burgen und die Gaukler begaffen sehen. Größeren Mittelaltermärkten schließen sich häufig noch Lager an, in welchen Vollgewandete in Zelten campieren, ihrem Handwerk nachgehen und einen möglichst authentischen Mittelalterlebensstil pflegen.

Wer jetzt glaubt, bei den Besuchern des Marktes und den Lagerleuten würde man nur auf Ritter in stählernen Rüstungen treffen, hat weit gefehlt. Viel häufiger trifft man auf gewöhnliche Bauern, Händler und Handwerker, aber auch teuer gewandete Kaufleute und Adlige wird hier finden.

Und was tut man auf so einem Mittelaltermarkt? Schlendern und staunen, zunächst. Schnell lernt man Ramsch-Stände, die auch auf jedem Flohmarkt zu finden sind, von jenen zu unterscheiden, wo gute Handwerkskunst und gediegen mittelalterliches zu kaufen ist. Neben Ständen mit Met, arabischen Süßigkeiten und wohlriechendem Räucherwerk gibt es Gewandungen, Rüstungen und Waffen, liebevoll geschmiedeten Schmuck, Korbmacher (und Körbe :-)), Instrumente, Mittelaltermusik-CDs und vieles, vieles mehr zu sehen. Gute Spielleute und Gaukler vermögen es, einem zu spontanem Tanzen oder herzhaftem Lachen anzuregen. Ritterspiele mit Bogenschießen, Schaukämpfen und sogar mit Lanzenreiten sind ebenfalls beliebte Attraktionen.

Wenn man erst einmal Blut geleckt hat, kommt noch ein ganz besonderer Reitz hinzu: Man geht auf die Jagd. „Ich brauche eine geeignete Gewandung.“ So fängt’s an. Hat man erst einmal die zu einem passende Kleidung gefunden, merkt man schnell, dass man noch viel mehr braucht als nur Hemd, Weste, Hose oder Rock. Im Mittelalter galt man ohne Gürtel und Hut nackt. An letzterem trug man stets ein Trinkgefäß, ein Essmesser, eine Geldkatze und diverses anderes Zeug für das tägliche Leben. Und anständige Schnabelschuhe wären auch ganz nett. Selbstverständlich kauft man nicht das Erstbeste. Also sucht und sucht man, bis einem etwas nachdrücklich sagt „kauf mich!“. Und das ist mit einem Marktbesuch bei weitem nicht getan.

Und den Rest der Zeit? Verbringt man mit Staunen, genießt es, gewandet einher zu schreiten, erfreut sich an schönen Gewandungen Anderer und genießt das mittelalterliche Treiben – zu dem man selbst gehört – in vollen Zügen. 

Noch eine Anmerkung für alle Fantasy-Fans und Liferollenspieler: Auf solche Märkte gehören Magier, Elfenranger und Hobbits eigentlich nicht hin, aber man wird euch schon nicht verscheuchen. Und neue Rüstungsteile, Zauberstäbe und ähnliche Items werdet ihr hier mit Sicherheit en mass finden.

 

März 2008: Mittelaltermesse in Gießen

Nach langer Mittelalterabstinenz haben wir beschlossen, das wir uns nun vollauf ins Spektakel stürzen wollen. Und nachdem diese Entscheidung gefällt ist, suchen wir im Internet den nächstmöglichen Termin und landen in den Gießener Messehallen. Auch hier wird ein Markt veranstaltet, wenige Stände findet man auf dem Platz vor den Hallen, dafür viele innerhalb. Das ist auch gut so, den selbst drinnen ist es jetzt noch richtig kalt!

Was die Stände betrifft, so gibt es leider meist nur Kitsch zu kaufen. Drachenfiguren, die in Massenware hergestellt werden und andere Sachen "von der Stange". Doch neben diesen findet man auch hin und wieder ein Glanzlicht. Ein toller Töpferstand sticht uns ins Auge und auch ein Stand mit mittelalterlicher Kleidung zieht uns an. Und so kommt es, dass wir dort eine ganze Zeit verbringen und ich (Steffi) letztendlich (fast) voll eingekleidet bin. Und ganz ehrlich: so schlecht sehe ich gar nicht aus mit Kopftuch... ;-)

Doch vor allem was die Musik und Unterhaltung betrifft, wurde auf diesem Markt gut vorgesorgt.  Mehrere Musiker mit Marktsackpfeifen und Trommel zogen durch die Hallen und gaben regelmäßig ihre Vorstellungen auf der Bühne. Dazu gesellte sich ein Komikerduo, das uns mit seinen lustigen Liedern und vor allem durch die Interaktion mit dem Publikum zum Lachen brachte. Und so haben wir es fast bis 23 Uhr in den Hallen ausgehalten, bevor wir uns zufrieden und müde auf den Rückweg machten.

 

April 2008: Ostermarkt auf der Burg Ronneburg

Auch dieser Besuch auf dem Markt wurde lange geplant und nach einigem leicht umständlichen Getucker mit Bahn und Bus erhob sich schließlich die Ronneburg vor uns. Die Burg selbst ist als eine von wenigen noch richtig gut erhalten und viele der Räume konnten von uns besichtigt werden.

Der Markt fand dabei vor allem vor der Burg und auf dem Burghof statt. Doch auch in den Räumen hatten sich teilweise Händler niedergelassen. Und ganz ehrlich: das war schon toll, so eine Burg noch einmal in Aktion zu erleben. Auch wenn das auf dem Markt natürlich kein Vergleich zu damals gewesen sein kann.

Der Markt an sich war auch ziemlich groß und generell hat man hier viele gewandete Leute angetroffen. Dabei war es sich egal, ob es sich um Verkäufer oder Besucher handelte. So gegen Nachmittag herrschte dann ein buntes Treiben auf dem Gelände und teilweise ist es richtig eng geworden. Doch das hat das Ganze eigentlich nur umso schöner gemacht. Was das Unterhaltungsprogramm betraf, so war das Angebot hier auch recht groß, auch wenn die Musik weniger nach unserem Geschmack war. Dafür gab es einen Mann, der mit den Kindern Theater gespielt hat und überhaupt viel für die jüngeren Besucher.

 

Mai 2008: Mittelaltermarkt auf Burg Freienfels

Im Jahr 2007 war der Markt in Freienfels ja der erste Mittelaltermarkt, den wir überhaupt besuchten. Und damals hat das ganze Treiben so einen Eindruck bei uns hinterlassen, dass wir in diesem Jahr unbedingt noch einmal hin mussten.

Der Markt selbst erstreckte sich über ein riesiges Gelände, das sich zum einen Teil über eine große Wiese erstreckte, zum anderen Teil gab es auch noch Tanz und Gaukelei auf der Burg selbst. Und insgesamt war das doch ein ziemliches Spektakel.

An den Markt schloss sich dann noch ein mittelalterliches Lager an in dem Verkäufer und Gäste in Zelten übernachteten und lebten. Dieses Lager konnte man nur gewandet betreten, doch das fanden wir auch gut so.